Historie

Der Riffelhof wurde 2007 mit sehr viel Liebe zum Detail erbaut. Seinen Namen hat er von einer alten Sage, die wir Ihnen hier gerne erzählen.

Auf dem Weg von Burgrieden nach Rot in der Laupheimer Gegend musste man bis vor etwa dreißig Jahren ein kleines Waldstück durchqueren. Die Wiesen davor waren sumpfig und verloren sich in einem schmalen Ried. Dort, im Rüffelhölzle war es nicht ganz geheuer. Das Rüffelweible ging um. Es war, wie die älteren Leute in Burgrieden erzählen, ein kleines, buckliges Wesen. Welche Kleider es trug und vorallem, warum es zu dem seltsamen Namen kam, weiß nun freilich niemand mehr zu sagen. Wenn einer in der Nacht durch das Hölzle gehen musste, stand das Rüffelweible plötzlich, wie aus dem Boden geschossen, vor ihm.

Es sprach kein Wort, schaute ihn nur mit seinen großen Glotzaugen an und verschwand wieder. Der Mann im unheimlichen dunklen Wald aber konnte keinen Schritt mehr weiter gehen. Er war gebannt. Niemand weiß so recht, wie lange es dauerte, bis er seine Glieder wieder rühren konnte. Aber es können Stunden gewesen sein. Allmählich ließ der Bann nach. Der Mann musste jedoch über Feld- und Wiesenwege in weitem Bogen um das Rüffelhölzle nach Hause, wenn er nicht noch einmal gebannt werden wollte. Einmal geriet eine Gruppe von Waldarbeitern aus Burgrieden an das Rüffelweible.

Müde vom langen Tagwerk in den Gehölzen des Forstamtes von Rot, waren die Männer zum Feierabend in eine Wirtschaft gegangen. Wer hart gearbeitet hat, darf wohl danach einen kräftigen Schluck nehmen. So füllten sich die Bier und Mostkrüge immer wieder von neuem. Erst nach Mitternacht stiegen die Waldarbeiter auf ihre Fahrräder und machten sich auf den Heimweg. Vom Bier und vom Most waren sie mutig geworden und so fuhren sie auf das Rüffelhölzle zu. Unterwegs sangen sie laut und machten, wie man so sagt, große Sprüche. Auf halber Strecke im Hölzle verstummten sie jäh. Im Licht der Fahrradlampen huschte das Rüffelweible vor ihnen hin und her.

Die kleine, bucklige Gestalt verschwand gleich darauf wie sie gekommen war. Die Männer mussten wie angewachsen stehen bleiben, bis sich der Bann löste. Dann kehrten sie um, schoben aber ihre Fahrräder nach Rot zurück. So schwer waren ihre Füße geworden, dass sie nicht mehr auf den Sattel steigen konnten. Bis zum Morgengrauen blieben sie in der Wirtschaft zu Rot hocken. Erst dann wagten sie die Heimfahrt. Der Zufall wollte es, dass auch der Mesner von Burgrieden dabei war. So kam es, dass er sein Kirchenamt nicht in der gewohnten Weise versehen konnte. Pfarrer und Gemeinde in Burgrieden warteten an jenem Morgen vergebens auf das Betläuten. Beinahe hätte man den Mesner wegen dieses Versäumnisses aus dem Amt entlassen. - Heute steht das Rüffelhölzle nicht mehr. Es wurde verkauft und abgeholzt.